1. Dampferfahrt und Kurzfilmpreis-Verleihung auf der MS Starnberg, FSFF 2018 (© Jörg Reuther)

  2. PREISTRÄGER der Filmpreise 2018: Ascan Breuer, Eike Goreczka, Arpad Bogdan, Matjaz Ivanisin, Gregor Bozic, Xavier Chotard (© Jörg Reuther)

  3. Abschlussfeier und Verleihung der Filmpreise in der Schlossberghalle Starnberg, FSFF 2018 (© Jörg Reuther)

  4. Verleihung des DACHS-DREHBUCHPREISES, FSFF 2018 (© Pavel Broz)

  5. Kino Breitwand Starnberg, FSFF 2018 (© Pavel Broz)

  6. Dampferfahrt und Kurzfilmpreis-Verleihung auf der MS Starnberg, FSFF 2018 (© Pavel Broz)

  7. Eröffnungsfilm STYX mit Marieke Oeffinger, Drehbuchautorin Ika Künzel und Matthias Helwig, FSFF 2018 (© Pavel Broz)

Minister Eisenreich: Festival leistet wichtigen Beitrag für Demokratie

Fünf Seen Filmfestival mit STYX und viel Prominenz eröffnet

Das malerisch gelegene 12. Fünf Seen Filmfestival ist am Donnerstag mit dem Hochseedrama "Styx" des österreichischen Regisseurs Wolfgang Fischer eröffnet worden. Zu dem gesellschaftlichen Ereignis in der Starnberger Schlossberghalle kamen mehr als 400 Gäste, darunter auch viel Prominenz aus Politik und Kultur sowie vom Film. Über den blauen Teppich schritten unter anderem die Schauspielerinnen und Schauspieler, Monika Schwarz, Johanna Bittenbinder, Jule Ronstedt und Jürgen Tonkel sowie die Filmemacher Walter Steffen ("Joy in Iran") und Tobias Herrmann, die Regisseurin Felicitas Darschin, der Produzent Till Derenbach sowie Kurt Tykwer, der Leiter des Filmforums Landsberg Zur Eröffnung würdigte der bayerische Staatsminister für Digitales, Medien und Europa, Georg Eisenreich (CSU), das Fünf Seen Filmfestival als eines der renommierten Filmfeste in Süddeutschland, das sich nicht zu verstecken brauche. Weiter sagte er: "Der Blick in die Welt zeigt, dass unsere Werte nicht selbstverständlich sind." Auch das Fünf Seen Filmfestival leiste einen wichtigen Beitrag für eine lebendige Demokratie. Auf der Bühne erläuterte Festivalleiter Matthias Helwig den Spirit des Festivals. "Es steht für die Menschen, die Werte und großes Kino. Nehmen Sie sich Zeit für das Festival, die Filme und für sich", betonte Helwig in Anspielung auf das diesjährige Festival-Motto "Zeit".
Auch in dem Eröffnungsfilm "Styx", der Chancen auf eine Nomininierung für den Europäischen Filmpreis hat, ging es unter anderem um das Thema "Zeit". In dem Werk wird bildgewaltig von der Kölner Notärztin Rike (Susanne Wolff) erzählt, die von Gibraltar mit ihrem Segelboot eine lange Urlaubsreise zur Atlantikinsel Ascension Island antritt. Sie will allein sein, eine Auszeit von ihrem stressigen Job in Köln nehmen. Sich mit dem Meer und dem Wetter auf hoher See messen. Nach einem Sturm findet sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft eines hoffnungslos überladenen Flüchtlingsboots wieder. Die Besatzung von mehreren Dutzend Menschen schwebt in akuter Lebensgefahr. Rike versucht, über Funk Rettung herbeizurufen, kann jedoch niemanden erreichen. Sie ist gezwungen, die Situation selbst in die Hand zu nehmen. Die deutsch-österreichische Koproduktion hatte bei der vergangenen Berlinale (68. Berliner Filmfestspiele) ihre Weltpremiere gefeiert. Sie wurde dort auch mit der Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet. Regisseur Wolfgang Fischer begrüßte in einer Videobotschaft aus Toronto die Festivalgäste in der Schlossberghalle: "Unser Film erzählt die Verwandlung einer starken Frau, die auf einem Segeltörn unvermittelt aus ihrer heilen Welt gerissen wird. Wir erleben anfangs unsere Hauptfigur als Notärztin, als eine professionelle Helferin, die am Ende in ein grausames Dilemma auf hoher See gerät und sukzessive die Kontrolle verliert." Drehbuchautorin Ika Künzel, die auch Lebensgefährtin von Fischer ist, berichtete über die Entstehung des Films, dessen Thematik von großer Aktualität ist.
Mit dem Thema Zeit setzt sich auch eine Installation der Dießener Wortkünstlerin Nuë Ammann auseinander, die zur Eröffnung im Foyer der Schlossberghalle präsentiert wurde. "Wenn Zeit Geld ist, ist es nicht verwunderlich, dass viele, die keine Zeit haben, sich entschließen, sich mehr Zeit zu nehmen." Mit diesem Satz lädt Nuë Ammann den Betrachter und Leser ihrer Text-Installation "Zeitgebunden" ein, sich auf eine gedankliche Achterbahnfahrt zu begeben auf der Suche nach dem Wesen der Zeit.
150 ausgewählte Filme, darunter zwei Uraufführungen, 19 Deutschlandpremieren, 26 Süddeutschlandpremieren und sechs Bayernpremieren werden in den kommenden zehn Festivaltagen (6. bis 15. September) zu erleben sein. Ehrengäste sind der Autor, Regisseur und Schauspieler Josef Bierbichler, Deutschlands wohl erfolgreichster Regisseur Dominik Graf und die Meisterin des Filmschnitts, Editorin Bettina Böhler. Insgesamt werden 120 Gäste (Produzenten, Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren) erwartet, rund 100 Filmgespräche geführt.
12. Fünf Seen Filmfestival FSFF, 6. bis 15. September 2018 in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling. Tickets und Informationen unter www.fsff.de


Feierliche Eröffnung