Film „ Vater“ , der in Venedigs Orizzonti Premiere feierte , basiert auf einer wahren Begebenheit – genauer gesagt auf mehreren wahren Begebenheiten. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Eine Tragödie ereignet sich. Das Leben eines fürsorglichen, ganz normalen Vaters ( Milan Ondrík ) und seiner Angehörigen wird nie wieder so sein wie zuvor. Über Nacht wird er zum Bösewicht – für die Menschen, die er kennt, und für völlig Fremde, die in den Kommentaren, die er nachts unbedacht durchstöbert, toben.
In einer jungen Familie in der ländlichen Slowakei scheint alles seinen gewohnten Lauf zu nehmen: Alltag, Arbeit, ein kleines Kind. Doch ein Moment der Unachtsamkeit verändert alles. Während der Vater scheinbar routiniert durch den Tag geht, verdichtet sich unmerklich eine Tragödie, die erst im Nachhinein ihre ganze Wucht entfaltet. Der Film nähert sich dem sogenannten „Forgotten Baby Syndrome“ mit großer Zurückhaltung und Blick für die menschlichen Abgründe dahinter. Ein erschütterndes Drama über Liebe, Überforderung und die Frage, wie Schuld und Verlust eine Familie verändern. (Ania Gleich)