Die Sterbehilfe ist bekanntlich eines der aktuellsten und umstrittensten Themen, über das seit langem in der Politik diskutiert wird. Aber während diese Praxis in Ländern wie der Schweiz mittlerweile legalisiert ist, gibt es zahlreiche andere europäische Länder, die trotz einer mehrheitlich positiven Einstellung der Bevölkerung zur Legalisierung noch nicht bereit sind, solche Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Dennoch gibt es Ärzte, die trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten bereit sind, Patient:innen bei einer ihrer schwierigsten Entscheidungen zu begleiten. Einer von ihnen ist beispielsweise der deutsche Neuropsychiater Johann Spittler, der kürzlich zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, weil er zahlreichen Menschen geholfen hat, ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Dr. Spittler führt scheinbar ein recht ruhiges Leben. Er ist seit vielen Jahren verheiratet und spielt in seiner Freizeit Geige oder geht mit seinem kleinen Hund Linus spazieren. Wie bereits erwähnt, hilft der Mann jedoch seit Jahren Menschen, die schwer depressiv, körperlich leidend und lebensmüde sind, zu sterben. Und obwohl er diese Aufgabe schon seit langer Zeit ausübt, ist es für ihn immer wieder eine sehr schmerzhafte Erfahrung, mit den Patient:innen zu sprechen und die erschütternden Geschichten derer zu hören, die schon lange aufgegeben haben, weiterzukämpfen.