Gespenster

Der Film erzählt episodisch 24 Stunden aus dem Leben des etwa 16-jährigen Berliner Waisenmädchens Nina (Julia Hummer), die im Zeichen von zwei Begegnungen stehen, durch die sich in beiden Fällen Wünsche erfüllen, im ersten von Nina selbst.

In der allmählichen Annäherung an die etwas ältere Toni (Sabine Timoteo) wird offenbar, dass die beiden im Grunde nur eins gemeinsam haben: Sie sind Außenseiterinnen. In ihrem Temperament könnten sie kaum unterschiedlicher sein: Nina, ein Heimkind, ist scheu, in sich gekehrt und lebt ganz in ihren Träumen, die sie in Tagebüchern zu verarbeiten sucht, wogegen die vagabundierende Toni impulsiv, dominant und besitzergreifend ist – Letzteres auch im Wortsinn, denn sie ist eine notorische Diebin und macht die oft völlig überrumpelte Nina wie selbstverständlich zur Komplizin.

Das geschieht auch, als Nina plötzlich von einer wildfremden Frau (Marianne Basler) mit „Marie“ angesprochen wird: Die Frau, eine Französin, hatte in Berlin einst ihre damals 3-jährige Tochter Marie durch eine Entführung verloren. Sie kehrt seithdem immer wieder zwanghaft zum Tatort zurück und glaubt nun (wieder einmal), in der Jugendlichen die Gesuchte zu erkennen. Sie bittet Nina, anhand von zwei Körpermerkmalen, einer Narbe am linken Knöchel und einem kleinen herzförmigen Leberfleck auf dem Rücken, prüfen zu dürfen, ob sie ihre verschwundene Tochter sein könnte. Die Inspektion des ersten Merkmals verläuft positiv, die des zweiten wird dadurch unterbrochen, dass Toni der Frau die Brieftasche entwendet, mit Nina flüchtet und die Beute nach Entnahme des Geldes in einen Papierkorb wirft.

Gespenster

DE 2005, 85 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Christian Petzold
Drehbuch:
Christian Petzold, Harun Farocki
Besetzung:
Julia Hummer, Sabine Timoteo, Marianne Basler, Benno Fürmann
Kamera:
Hans Fromm
Filmographie:
2025 Miroirs No. 3
2023 Roter Himmel
2020 Undine
2018 Transit
2014 Phoenix
2012 Barbara
2008 Jerichow
2007 Yella
2005 Gespenster
2003 Wolfsburg
2000 Die innere Sicherheit

Christian Petzold, geboren am 14. September 1960 in Hilden (Nordrhein-Westfalen), zählt zu den renommiertesten deutschen Regisseuren der Gegenwart. Nach dem Abitur und Zivildienst im Filmclub Hilden studierte er Germanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin sowie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Früh arbeitete er u. a. mit Harun Farocki zusammen. Seinen Durchbruch feierte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000). Mit Filmen wie YELLA (2007), BARBARA (2012), TRANSIT (2018) und ROTER HIMMEL (2023) prägt er das zeitgenössische deutsche Autorenkino bis heute maßgeblich. Bei den 78. Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025 war er mit seinem neuen Film MIROIRS NO. 3 vertreten. Petzold lebt mit seine Familie in Berlin-Kreuzberg.
Gespenster

DE 2005, 85 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Christian Petzold
Drehbuch:
Christian Petzold, Harun Farocki
Besetzung:
Julia Hummer, Sabine Timoteo, Marianne Basler, Benno Fürmann
Impressum
Büro- und Lieferadresse: Kino Breitwand - Matthias Helwig - Bahnhofplatz 2 - 82131 Gauting - Tel.: 089/89501000 - info@breitwand.com - Umsatzsteuer ID: DE131314592
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