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Gespräch: Der Autorenfilm und die Kraft der Illusion

26. Juli, Akademie der Politischen Bildung Tutzing - mit Edgar Reitz, Tom Tykwer, BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz

Machen bald alle Kinos zu, weil wir die Filme zu Hause auf dem Beamer schauen?

Die Regisseure Tom Tykwer und Edgar Reitz diskutierten am Samstag zusammen mit der BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz über das Thema „Autorenfilm und die Kraft der Illusion - das Kino im gesellschaftlichen Wandel“. Filmpublizist Robert Fischer moderierte die Veranstaltung in der Akademie für politische Bildung in Tutzing. Zunächst stellte Fischer die Geschichte des Autorenfilms vor, der in Deutschland von der Nouvelle Vague beeinflusst war. Und Fischer räumte mit dem Missverständnis auf, dass der Autorenfilmer nicht zwangsläufig auch Drehbuchautor seinen Films sein muss. Der Autorenfilm steht für die Handschrift eines Regisseurs. Edgar Reitz ist einer der großen Autorenfilmer in Deutschland, der den Neuen Deutschen Film der 1960er und 70er geprägt hat. Für Tom Tykwer ist der Begriff des Autorenfilms nicht mehr zeitgemäß. Er sieht den Regisseur nicht als den großen Schaffer des künstlerischen Werks, sondern vielmehr als kleinen Teil des Ganzen. „Ich mache den Job des Regisseurs, während Schauspieler, Bühnenbilder und viele andere ihren Teil zum Film beitragen.“ Aus diesem Grund lässt Tykwer die Einblendung „Ein Film von“ in seinen Filmen weg.
Vor Bettina Reitz steht ein großes Fragezeichen, was die Zukunft des deutschen Kinos angeht. Die Zeiten haben sich geändert, Filme sind überall ständig verfügbar: am heimischen PC, auf der Leinwand im Wohnzimmer. Die Jugendlichen schickten witzige Filme übers Handy oder verbringen ihre Freizeit damit, sich eine Staffel ihrer Lieblingsserie anzuschauen, statt einen Film. Das Kino müsse auf neue Sehgewohnheiten eingehen. Doch Edgar Reitz hält dagegen, dass das Kino sich nicht den Mediengewohnheiten anpassen muss, sondern ihnen widersprechen soll. „Die Medien erziehen Kinder nicht dazu, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Man muss Dingen Widerstand leisten, der eigenen Wahrheit zuliebe.“
Edgar Reitz schwärmt von der Magie des Kinos und des Kinosaals. „Kino ist eine triumphale Geschichte von 120 Jahren. Wir haben eine Weltgemeinschaft der Filmkunstfamilie, unabhängig aus welchem Land wir sind.“ Aber Momentan stecke das Kino einer Krise. Damit das Kino da wieder herauskommt müsse das Kino, „verstehen, wo wir stehen“ sagt Tom Tykwer.“ Wir werden damit leben können, dass Kinos multifunktional werden“. Schon heute werden in Kinos Opern oder WM-Spiele gezeigt. Die Event-Kultur in der Freizeitgestaltung müsse weiter aufgegriffen werden. Bei einer Sache sind sich Edgar Reitz und Tom Tykwer einig: es sind die guten Festivals, die Menschen in die Kinosäle locken und die Einzigartigkeit des gemeinschaftlichen Erlebnis Kino feiern.

Das Gespräch wird am 2. August um 22.30 Uhr auf ARD-alpha ausgestrahlt.





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