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100 Jahre Starnberg

Filme und Geschichten einer Stadt

Mit einer kleinen Retrospektive zur 100jährigen Stadterhebung widmen wir uns den Zusammenhängen von Film- und Stadtgeschichte. Ob historische Aufnahmen, die großen Lichtspielhäuser oder Stadt und See als ein Ort für Filmproduktionen - mit einem ausgewählten Programm wird eine Zeitspanne von anno dazumal bis in die Gegenwart gezogen.

Schon sehr früh gab es in Starnberg erste Filmvorführungen, vorerst noch als mobile Attraktion in Wirtshäusern oder am Tutzinger Hof-Platz. 1912 wurde offiziell das erste Lichtspielhaus im ehrwürdigen Gasthof Pellet-Mayer eröffnet, ein schmuckes Kino mit Balkon und roten Samtsesseln, das bis zum Abriss des Hauses im Jahre 1970 existierte und die ersten Kinoerlebnisse vieler Starnberger geprägt hat. Nur wenige Jahre nach dem Krieg wurde ein zweites Kino gebaut, ein großzügiges Filmtheater mit gut 400 Plätzen mitten im Zentrum, heute als Schuhgeschäft umfunktioniert.

Das Starnberg und die Gegend um den See schon immer starke Anziehungskraft Filmstars hat, ist kein Geheimnis. Die Ikone des deutschen Films der 30er und 40er Jahre Kristina Söderbaum und ihr Mann, der umstrittene Regisseur Veith Harlan, ließen sich nach dem Krieg in Starnberg nieder, ebenso fand Heinz Rühmann sein Domizil in Berg, Hildegard Knef, als „Sünderin“ in die Filmgeschichte eingegangen, wohnte einige Jahre in Percha und schrieb dort ihren Bestseller „Der geschenkter Gaul“, Ingrid van Bergen schoss 1977 auf ihren Geliebten und Johannes Heesters wollte hier noch 110 Jahre alt werden. Die Erfolgsfrau des deutschen Filmgeschäfts Ilse Kubaschewski, deren Unterhaltungsfilme die Kinokassen klingen ließen, lebte 50 Jahre in ihrer Villa an der Possenhofener Straße und rief 1994 die nach ihr benannte Stiftung für humane Pflege ins Leben.

Mit einem Publikumsrenner aus der Stummfilmzeit wollen auch wir den Streifzug eröffnen: „König Ludwig II oder Das Schweigen am Starnberger See“ (1920) von Rolf Raffè ist einer der frühesten noch erhaltenen Filme über den Märchenkönig und wird nun zum ersten Mal im Rahmen eines Festivals gezeigt.

Passend dazu ein weiteres Juwel aus der Zeit des Stummfilms: „Der Golem“ von Friedrich Wilhelm Murnau, nach dem Roman von Gustav Meyrink, des wohl bekanntesten Schriftstellers, der viele Jahre in Starnberg lebte, begleitet von einer Lesung.

Wochenschau und Kurzfilme aus den 40er Jahren führen uns hin zu den Unterhaltungsfilmen der 60er Jahre. Ein typisches Beispiel dafür „Ein Stück vom Himmel“ von 1957 von Paul Helvig. An einer Tankstelle in Starnberg wurde der Film gedreht und es ist eine wunderbare Schmonzette jener Tage, mit beliebten Schauspielern wie Ingrid Andree, Toni Sailer und Horst Buchholz.

70er Jahre und der Filmclub Starnberg – ein kultureller und cineastischer Treffpunkt. Hier kamen Filmfreaks und Autorenfilmer zusammen, verkehrten Regisseure wie Schlöndorf, Achternbusch, von Trotta und Reinhard Hauff (in diesem Jahr Jurymitglied).

Rudolf Thome trifft mit seinem Spielfilm „Rote Sonne“ (1970) das Lebensgefühl der 68er-Generation. Legendär darin: Uschi Obermeier als Peggy fährt im VW Käfer ans Ufer des Starnberger Sees und der Sonne entgegen....

Im Kinderfilmprogramm noch einmal „Pünktchen und Anton“, u.a. gedreht in einer Villa in der Fischhaberstraße.

Nicht zuletzt führt uns die Zeitreise zum heutigen Kino in Starnberg und zum FSFF selbst. So zeigen wir nicht nur den Film, der das neue Breitwandkino 2002 eröffnete, nämlich „Bella Martha“ mit der wunderbaren Maria Gedeck in der Hauptrolle. Auch einer der produktivsten und beliebtesten bayerischen Regisseure und steter Gast des FSFF wird sein neuestes Werk präsentierten. Die Hauptdarstellerin hat er im letzten Jahr auf dem Festival getroffen, als sie als Ehrengast ein wenig Glamour nach Starnberg brachte....mehr wird nicht verraten, lassen Sie sich überraschen.