1. Regisseur Michael Kreihsl, Festivalleiter Matthias Helwig, Regisseur Oliver Rihs, Schauspeilerin Inka Friedrich, Verleihchef Chrisoph Ott, Schauspieler Thomas Mraz

SHORT PLUS AWARD geht an Maria Brendle

EIN OZEAN gewinnt das „Goldene Glühwürmchen“

Der Kurzfilm EIN OZEAN des Berliner Filmemachers Paul Scheufler hat den diesjährigen fsff-KURZFILMPREIS DAS GOLDENE GLÜHWÜRMCHEN gewonnen. Der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis wurde am Freitagabend auf dem Fünf Seen Filmfestival im Kino Breitwand in Starnberg verliehen. Im Rennen um den ältesten Filmpreis des Festivals waren 30 Kurzfilme mit einer Länge von bis zu 20 Minuten. In vier Wettbewerben waren die Finalisten vom Publikum ermittelt worden. Das GOLDENE GLÜHWÜRMCHEN wird vom Weitwinkel Verein e.V. und Witha Veronelli gestiftet. Verbunden ist damit ein Entspannungswochenende im Seehotel Leoni direkt am Starnberger See. Gestaltet wurde der Siegerpreis – wie schon in den Vorjahren - von Susanne Broz.

Der Film EIN OZEAN erzählt die Geschichte von Markus Diegmann, der in seiner Kindheit mehrfach sexuell missbraucht wurde. Seit Jahren kämpft Markus für die Rechte der Opfer. Mit einem Wohnmobil tourt er durch Deutschland und sammelt Stimmen gegen die Verjährung bei sexuellem Missbrauch. Dem Filmemacher Paul Scheufler gelingt sehr feinfühlig, Markus Kampf gegen seine Dämonen aus der Kindheit darzustellen. Sein 19 Minuten langer Film wurde bereits mit dem Deutschen Jugendfilmpreis ausgezeichnet. „Es ist immer schön, wenn ein Film das Publikum erreicht“, sagte Scheufler bei der Verleihung des GOLDENEN GLÜHWÜRMCHENS. Unter den 30 Kurzfilmen, die aus gut 400 Einsendungen vorab ausgewählt worden waren, waren in diesem Jahr Beiträge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einige dieser Filme feierten auf dem 15. Fünf Seen Filmfestival ihre Weltpremiere. Im vergangenen Jahr gewann SALON STYX von Alexander Peskador den beliebten KURZFILMPREIS.

Den ebenfalls mit 500 Euro dotierten SHORT PLUS AWARD erhielt in diesem Jahr Maria Brendle für ihren Film ALA KACHUU. „Eine Hochzeit mag für viele Anlass zur Freude sein – hier ist sie ein Albtraum: Die endlose Weite der kirgisischen Steppe wird zum Gefängnis einer jungen Frau, die am helllichten Tag entführt und zwangsverheiratet wird. Von einem derartigen Landesbrauch zu erfahren, stimmt einen fassungslos und wirft vor allem die Frage auf, wie es möglich ist, dass sich solche ungeheuerliche Traditionen bis heute halten. Die Regisseurin Maria Brendle beantwortet diese Frage in Form eines packenden Thrillers, der uns mit einem perfekten Drehbuch, atemberaubenden Drehorten und das mitreißende Spiel seiner Hauptdarstellerin Alina Turdumamatova voll und ganz in seinen Bann gezogen hat“, heißt es in der Begründung der Jury, der der Medienpädagoge Hans Höpfner, der österreichische Filmemacher Alexander Fischer (Peskador), der Produzent Karl-Wilhelm Schmidt (Weitwinkel Verein) die Schauspielerin Sophie Trautmann und Brigitte Weiss, die ehrenamtliche Leiterin der Kulturveranstaltungen im Pfarrstadel Weßling angehörten.

Um den SHORT PLUS AWARD – bester mitteleuropäischer Kurzfilm mit einer Länge zwischen 21 und 59 Minuten - konkurrierten in diesem Festivaljahr 17 Filme aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Im vergangenen Jahr gewann MASEL TOV COCKTAIL von Arkadju Khaet und Mickey Paatzsch den mit 500 Euro dotierten Preis.

Der diesjährige VIDEO ART-Preis ging an Maryam Tafakory für ihr Werk ABSENT WOUND. In dem 10 Minuten langen Kunstfilm stellt die aus dem Iran stammende, in London lebende Filmemacherin die in ihrem Heimatland noch sehr tradierte Rolle der Frau der Welt der Männer gegenüber. Während die Frauen nur angedeutet in einem traditionellen Waschraum zu erleben waren, fing die Kamera die Männer beim traditionellen Tanz und Krafttraining ein. Der diesjährige Wettbewerb um den mit 500 Euro dotierten, von der Christoph und Stephan Kaske-Stiftung gespendeten Preis stand diesmal unter dem Motto „Was ist wahr?“ Zu diesem Thema waren elf Kurzfilme und Videos von Künstlern aus sechs Nationen präsentiert worden, unter anderem aus den USA, Deutschland und Großbritannien. Im vergangenen ging der Preis an UN HOMME QUI CAMINA von Enrique Ramírez.

FSFF-Kurzfilmpreisträger (2015 bis 2021)

2021 Paul Scheufler, EIN OZEAN
2020 Alexander Peskador, SALON STYX
2019 Emily Manthei, Jörn Linnenbröker VOICE OVER
2018 Lucas Thiem REALITÄT
2017 Charlotte A. Rolfes WATU WOTE
2016 Charlotte A. Rolfes SAMIRA
2015 Laura Lehmus ALIENATION